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Im Gespräch mit Ruth Hucklenbroich

Mit Ruth Hucklenbroich sprachen wir über die Wünsche der Kunden nach Individualität, höchster Qualität, besten Materialien und einen möglichen Einfluss des Brexit auf die Geschäftsentwicklung von Rolls Royce.

Rolls Royce steht weltweit für ultimativen Luxus. Lässt sich Ihre Zielgruppe typologisieren und wenn ja, wie?

Es gibt den typischen Rolls-Royce Kunden nicht. Was sie eint ist Reichtum und der Wunsch nach Individualität, höchster Qualität und besten Materialien. Zu uns kommen viele Persönlichkeiten – vom amerikanischen Unternehmer über den deutschen Mittelständler, der sich für sein Lebenswerk belohnt, bis zum jungen Chinesen, der mit 28 sein Vermögen gemacht hat. Unsere Kunden sind Kosmopoliten. 80 Prozent sind Geschäftsleute, 20 Prozent Celebrities und Royals. Sie sind gut ausgebildet und haben internationale Studien absolviert. Sie reisen viel, sind Weltbürger, und ihr Anspruch ist immer gleich: Perfektion.

Sie haben im vergangenen Jahr gut 4.000 Autos verkauft. Ab wann sähen Sie die Exklusivität gefährdet?

Ein Rolls-Royce bleibt ein seltenes Produkt. Ob wir 4000 Autos pro Jahr verkaufen oder 5000 oder vielleicht auch irgendwann mal 6000, macht keinen großen Unterschied. Rolls-Royce ist im automobilen Bereich mit diesen Zahlen ein kleiner Tropfen im Ozean. Sicherlich wird die Marke aber nicht in fünfstellige Größenordnungen wachsen.

Rolls-Royce kennt und möchte jeden einzelnen Kunden kennen. Das Geschäft ist unglaublich individuell. Unser Automobil kauft niemand von der Stange, das ist ein erhabenes Gut, der Kunde achtet genau darauf was zu ihm passt. Entsprechend sind seine Wünsche, auf die wir eingehen und realisieren.

Einzelne Unternehmen berichten, dass ihnen wegen des Leave-Votum im EU Referendum in Großbritannien eine gewisse Zurückhaltung entgegenschlägt. Spüren Sie das ebenfalls?

Wir spüren dies zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht. Sicher, keine Marke gilt als so britisch wie Rolls-Royce. Doch bislang hat der bevorstehende Brexit keinen Einfluss auf unser Geschäft gehabt und spielt in den Gesprächen mit den Kunden keine Rolle.